Das Thema 2017 – Mut zur Zartheit

Mut zur Zartheit

„Hey Sie … ja genau, Sie, wie schön, Sie heute zufällig zu treffen. Und Du, ja Du da drüben auf der anderen Straßenseite. Danke für das Lächeln, das Du mir schenkst.“ Diese kurzen Momente, wenn man aneinander vorbeiläuft, sich kurz ansieht und zunickt. Diese zufälligen Begegnungen, wenn man auf derselben Seite steht, sich nicht kennt und doch zusammengehörig fühlt oder gemeinsam bei einer Veranstaltung ist. Interessiert am gleichen Thema, doch aus unterschiedlichen Perspektiven. Wie schön, andere Meinungen zu hören, nicht immer gleich laut werden, sondern zuhören, sich leise austauschen.

Es könnte alles so einfach sein. Wir könnten uns die Welt so machen, wie wir sie gerne hätten. Aber daran glauben wir ja schon lange nicht mehr. Die Unsicherheit hat sich breitgemacht, und der Ton wird rauer. Kaum noch Mut zur Zartheit. Auf was können wir uns noch verlassen? Auf welche Werte können wir bauen? Ständig diese Nachrichten über Bedrohungen von überall. Man weiß gar nicht mehr, gegen was man sich nun wehren muss. Unsicherheit macht den Weg frei für einfache Lösungen. Und ja, natürlich helfen Orientierung und Identifikation. Mit ausgefahrenen Ellbogen und Härte gegenüber anderen kommen wir leichter durchs Leben. „Oder hörst Du etwa noch gerne zarten Tönen zu? Weißt Du denn überhaupt noch, wann Du zum letzten Mal Zärte gezeigt hast, Mut zur Zartheit hattest?“

Worum geht’s hier aber wirklich? Wie wollen wir zusammenleben? Wie viel Energie sind wir bereit aufzubringen, um uns zu begegnen, anzuerkennen und uns miteinander auseinanderzusetzen?

Es gibt Engagement im Kleinen wie im Großen. Wir sind voller Energie und todmüde, aufgeregt und ängstlich, aber auch gelassen und zuversichtlich. Wir schreien laut und erinnern uns an die leisen Töne. Und es treibt uns aus den unterschiedlichsten Gründen etwas an, dass wir neugierig und wachsam bleiben für Fairness, das Liebevolle, die Achtsamkeit.

„WIR in Wiesbaden“ schlägt 2017 zarte Töne an und möchte Mut machen, sich mit anderen zu treffen und zusammen über die Stadt nachzudenken, in der wir leben. Dazu laden wir Sie und Euch alle herzlich ein!

Im Namen des Trägerkreises „WIR in Wiesbaden“

Gabi Reiter, Christoph Rath, Hendrik Harteman und Michael Weinand

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